Mitgefühl bei Kindern fördern: wie Kinder Empathie entwickeln
Ein Kind fällt auf dem Spielplatz hin – und deins lacht. Jemand weint, und deins spielt einfach weiter, als hätte es nichts bemerkt. In solchen Momenten zuckt man innerlich zusammen und fragt sich: Fühlt mein Kind eigentlich mit anderen mit? Kennst du, oder?
Erst einmal Entwarnung: Empathie ist kein Schalter, der entweder an oder aus ist. Sie ist eine Fähigkeit, die sich über Jahre entwickelt – und Empathie bei Kindern fördern kannst du ganz gezielt, jeden Tag aufs Neue. Ganz ohne erhobenen Zeigefinger.
Hier sind 5 Wege, wie dein Kind lernt, sich in andere hineinzuversetzen und mitzufühlen – die wichtigste Grundlage für echte Freundschaften.
1. Empathie ist kein Schalter – sie wächst
Kleine Kinder sind nicht herzlos, wenn sie mal nicht mitfühlen – ihrem Gehirn fehlt schlicht noch die Übung, sich in jemand anderen hineinzuversetzen. Das entwickelt sich Schritt für Schritt, oft erst im Grundschulalter so richtig.
Das nimmt dir den Druck und deinem Kind den Stempel. Statt „Sei doch nicht so gemein!“ hilft die Haltung: „Mein Kind lernt das gerade – und ich begleite es dabei.“
2. Der Unterschied: Empathie und Mitgefühl
Zwei Begriffe, die zusammengehören – und doch verschieden sind:
- Empathie heißt: fühlen, wie es dem anderen geht. Sich vorzustellen, wie es einem selbst in dieser Situation ginge.
- Mitgefühl heißt: darauf reagieren. Den anderen trösten, für ihn da sein, etwas Gutes tun.
Ein Kind braucht beides: erst spüren, was los ist – dann freundlich handeln. Wenn du beide Schritte im Blick hast, kannst du deinem Kind viel gezielter helfen.
3. Gefühle benennen – die Basis jeder Empathie
Wer die Gefühle anderer verstehen soll, muss erst einmal seine eigenen kennen. Ein Kind, das weiß, wie sich Wut, Traurigkeit oder Enttäuschung anfühlen und wie sie heißen, erkennt sie auch bei anderen leichter wieder.
Benennt im Alltag Gefühle – eigene und fremde: „Du bist gerade richtig enttäuscht, oder?“ oder „Schau mal, der Junge ist traurig, weil sein Turm umgefallen ist.“ Wie ihr eurem Kind helft, Gefühle zu erkennen und in Worte zu fassen, haben wir ausführlich in diesem Beitrag beschrieben: Gefühle bei Kindern erkennen und benennen.
4. Sich hineinversetzen üben
Empathie entsteht durch einen einfachen Perspektivwechsel. Die Schlüsselfrage, die du deinem Kind immer wieder mitgeben kannst, lautet: „Was denkst du, könnte dem anderen Kind jetzt helfen?“
Genau das bringt der freundliche Esel in Emma & Max auf der Farm der Freundschaft den Zwillingen bei: dass man fühlen kann, was ein anderer fühlt, indem man sich vorstellt, wie es einem selbst in seiner Lage ginge und was nun am hilfreichsten sein könnte. Geschichten und Bilderbücher sind dafür übrigens ideales Training – beim gemeinsamen Lesen fragt ihr einfach: „Was glaubst du, braucht das Kind gerade?“ So übt dein Kind den Perspektivwechsel ganz nebenbei und mit Freude.
5. Vom Mitgefühl zum Handeln: kleine Gesten zählen
Mitfühlen allein reicht nicht – Kinder dürfen lernen, dass sie etwas tun können. Und das muss nichts Großes sein. Schon ein freundliches Wort, eine Umarmung oder einfach dazubleiben, wenn jemand traurig ist, sagt: „Ich bin für dich da.“
Mach deinem Kind solche kleinen Gesten bewusst: „Was könnte deinem Freund jetzt guttun?“ Oft kommen Kinder dann selbst auf wunderbare Ideen. Und wenn dein Kind tröstet oder hilft, benenne es: „Das war so lieb, wie du bei ihr geblieben bist.“ Anerkennung macht aus einer einmaligen Geste eine Gewohnheit.
Der wichtigste Hebel aber bist du selbst: Kinder lernen Mitgefühl vor allem dadurch, dass sie es erfahren. Wenn dein Kind traurig ist und bei dir Trost und Verständnis findet, lernt es ganz von allein, anderen genau das zu schenken.
Empathie bei Kindern fördern: gemeinsam gelingt es am besten
Genau darum geht es in Emma & Max auf der Farm der Freundschaft: Der Esel zeigt, wie man sich in andere hineinversetzt, der verletzte Bussard, wie gut ein bisschen Mitgefühl tut. So lernen Kinder Empathie nicht als Moralpredigt, sondern als etwas, das verbindet – in Geschichten, die ihr gemeinsam lest, erlebt und fühlt.
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Wie fördert ihr Mitgefühl bei euch zu Hause? Wir freuen uns über deine Gedanken in den Kommentaren!